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Barth


Zur Seekiste Barth

Die Stadt Barth liegt im mecklenburgisch-vorpommerschen Landkreis Nordvorpommern.

einige statistische Angaben:

Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis Nordvorpommern
Höhe 2 m ü. NN
Fläche 40,83 km²
Einwohner 9097 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte 223 Einwohner je km²
Postleitzahl 18356 (alt: 2380)
Vorwahl 038231
Kfz-Kennzeichen NVP
Stadtgliederung 4 Ortsteile
Webpräsenz www.stadt-Barth.de

 

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Geografie und Verkehr

Barth ist am südlichen Ufer des Barther Boddens gelegen. Dieser ist ein Teil der durch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst von der Ostsee getrennten Boddenkette. Westlich von Barth fließt der Fluss Barthe. Neben einem Hafen verfügt die Stadt auch über einen Flughafen, den Ostseeflughafen Stralsund Barth.

Zwischen Barth und Stralsund fährt die Usedomer Bäderbahn im Stundentakt über Velgast und weiter nach Greifswald und Usedom. Südlich (8km) von Barth verläuft die Bundestraße B 105 durch den Ort Löbnitz.

Klima

Das Klima von Barth entspricht dem nordmecklenburgischen Küstenklima. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 8,0 °C. Die Niederschläge betragen relativ geringe 624 mm im Jahr.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

* Die im 13. Jahrhundert aus Backstein errichtete Sankt-Marien-Kirche, eine Frühgotische Hallenkirche, ist das bedeutendste Bauwerk in Barth. Mit dem rechteckigen Chor wurde der Bau begonnen. Im Jahre 1856 wurder das Innere der Kirche von Stüler ausgebaut. Dem fertigen Bau wurde erst später der Turm angefügt. Von der Turmplattform hat man eine herrliche Aussicht über Stadt und Umgebung. Bei Guter Sicht kann man von hier bis auf die Ostsee hinausblicken. Auf der Buchholz-Orgel der Kirche werden auch außerhalb der Gottesdienste Konzerte abgehalten.

* In der Altstadt Barths sind viele in jüngster Zeit restaurierte historische Bürgerhäuser erhalten.

* Das ursprünglich auf dem dem Marktplatz stehende Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde später durch einen sich nun dort befindlichen Marktbrunnen ersetzt.

* Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das umgangssprachlich Kloster genannte „Adlige Fräuleinstift“. Es wurde 1733 von König Friedrich I. von Schweden gegründet. An seiner Stelle stand bis 1727 ein Schloss.

* Auch Teile der Mittelalterlichen Befestigungsanlage sind erhalten:
- das aus dem 15. Jahrhundert stammende Dammtor - das ehemalige westliche Stadttor
- nur noch teilweise erkennbare die Wälle

* Aus dem 18. Jahrhundert stammt das in der Sundischen Straße gelegene Hospital St. Jürgen. Hier sind die Reste einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert erkennbar (Chor).

* Das Barther Vineta-Museum zeigt Exponate zur Geschichte der Stadt.

* Ebenfalls in der Sundischen Straße befindet sich der Wasserturm, welcher früher aus der so genannten "Alkunquelle" - gespeist aus den Sundischen Bergen - das Wasser für die Brauerei bereitstellte.

* Mahn- und Gedenkstätte von 1966 in der Chausseestraße für 180 Opfer der Zwangsarbeit

* Ehrenhain von 1985 Am Vogelsang für die Kriegsgefangenen des Stalag Luft 1

* Gedenkstein auf dem Friedhof für eine unbekannte Zahl von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, die hier in Einzel- und Gemeinschaftsgräbern bestattet wurden. Eine Gedenktafel erinnert an 114 sowjetische Kinder von Frauen, die in den Pommerschen Industriewerken zwangsarbeiten mussten. Weitere Steine erinnern an acht Polen bzw. an jüdische Opfer

* Sowjetischer Ehrenfriedhof von 1945 (neu gestaltet 1968) auf dem Platz der Freiheit für sowjetische Soldaten und Zwangsarbeiter(innen)

Veranstaltungen

Jährlich findet das Barther Metal Open Air (BMOA) auf der Freilichtbühne sowie eine Open Air - Veranstaltung der größten norddeutschen Radiosender - in Barth statt. Im Sommertheater werden auf einer Bühne am Barther Bodden Vorstellungen unter der Mitwirkung von Akteuren des Anklamer Theaters und von Laiendarstellern zum Thema Vineta aufgeführt. Im Sommer ziehen die Hafen -und Segeltage viele tausende Besucher an. In der Marienkirche werden regelmäßig die Dienstagskonzerte in der Marienkirche abgehalten. Weitere sehr beliebte Veranstaltungen sind das Barther Kinderfest, das Barther Schützenfest und der Barther Karneval.

Vineta

Als eine der Städte im Ostseeraum, die für sich in Anspruch nehmen, mit dem sagenhaften Vineta in Verbindung zu stehen, bezeichnet sich Barth auch als Vinetastadt.

Geschichte

*Name

Erste Berichte aus der provincia Barte stamm von Kämpgen gegen die Slawen und rühren aus dem Jahre 1159. Ab dem Jahre 1256 war die Schreibweise dann Bard oder Barth ab dem 13. Jahundert schrieb man dann auch Bart und Bardt.

*Mittelalter

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand auf einer Erhebung zwischen zwei slawischen Fischerdörfern eine deutsche Marktsiedlung, der im Jahre 1255 vom Rügenfürsten Jaromar II. das Lübische Stadtrecht verliehen wurde. Dies war die erste urkundliche Erwähnung der Stadt. Vermutlich befand sich eine Slawenburg südlich des heutigen Bahnhofes an Stelle der heutigen „Anlagen“ und der Freilichtbühne Barth. Eine weitere slawische Burganlage lag wahrscheinlich im Nordwesten der Stadt. Sie wurden auf Verlangen der Barther Bürger abgebrochen werden. Wizlaw III., der letzte Rügenfürst des Ranengeschlechts und wohl einzig bekannter Minnesänger des norddeutschen Raumes und erster pommersche Dichter, ließ um 1315 in Barth ein Schloss errichten. Wizlaw III. starb 1325 in seinem Barther Residenzschloss. Damit erlosch das Rügensche Fürstenhaus. Barth verlor fortan ständig an Bedeutung und Reichtum. 1326 wurde Herzog Wartislaw IV. von Pommern durch König Christoph von Dänemark auf dem Friedhof zu Barth mit dem Fürstentum Rügen belehnt. In den folgenden Jahren litt die Stadt unter dem Rügischen Erbfolgekrieg mit Mecklenburg, dazu kamen Brände, Sturmhochwasser und die Pest. Die Seeräuber Klaus Störtebeker und Gödeke Michels, angeblich in der Nähe der Stadt beheimatet, fanden Unterstützung durch Barnim VI. und Wartislaw VIII. Eben dieser Herzog Barnim VI. starb 1405 an der Pest, woraufhin er im benachbarten Wallfahrtsort Kenz in der Kirche vor dem Chor bestattet wurde.

* Pommersche Herrschaft

Nach dem „Ribnitzer Frieden“ des Jahres 1369, der die kriegerischen Auseinandersetzungen mit Mecklenburg beendete, gehörte Barth zu Pommern.

1478 vereinigte Herzog Bogislaw X. die pommerschen Lande in seiner Hand und residierte zeitweise in Barth.

Am längsten residierte Herzog Bogislaw XIII. in Barth. Um 1570 begann er mit dem Ausbau Barths zur Hauptstadt seines Landes Barth/Neuenkamp. Der alte Fürstenhof wurde von ihm 1573 zu einem stattlichen Renaissance-Schloss umgebaut. Bogislaw gründete 1582 eine „fürstliche Hofdruckerei“ (förstlike Druckery) in Barth und regte den Bau einer Apotheke, einer Seidenmanufaktur und einer Wasserkunst zur Versorgung der Bürger mit Trinkwasser an. Durch den regen Schiffshandel wurde das Barther Bier weltberühmt. Die in niederdeutscher Sprache verfasste Barther Bibel ist das bedeutendste Zeugnis dieser Periode. Mit der Verlegung der Residenz Bogislaws nach Stettin im Jahr 1603 endete die Blütezeit Barths.

* Schwedische Herrschaft

Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte Barth zu Schwedisch-Pommern. 1710/11 bewohnte der flüchtige polnische König Stanislaus Leszczynski das Barther Schloss. 1722 hatte der Ort nur noch 76 Häuser. Das Schloss war verfallen, und nachdem der Schwedenkönig Friedrich I. im Jahre 1733 den Grund und Boden der Ritterschaft Nordvorpommerns und Rügen geschenkt hatte, entstand an seiner Stelle das Adlige Fräuleinstift. Nach dem Siebenjährigen Krieg folgte eine erneute Blütezeit für den Schiffsbau und die Segelschifffahrt. 1783 besaß Barth 40 Schiffe. 1795 gab es 520 Häuser und 3150 Einwohner. Die Stadt hatte im Laufe der Zeit bis zu sieben Werften. Auch die Fischerei war eine der Einnahmequellen der Stadt. Ursprünglich hatten die Barther Fischer die Fischereirechte bis in den Saaler Bodden.

* Neuere Geschichte

Barth war lange Zeit politisches Zentrum der Region (Landkreis Franzburg-Barth). Deshalb wird das Rathaus von Teilen der einheimischen Bevölkerung immer noch als „Landratsamt“ bezeichnet. Das eigentliche Rathaus befand sich auf dem Marktplatz.

Im Zweiten Weltkrieg (ab Juli 1940) befand sich in Barth Am Vogelsang ein Kriegsgefangenenlager (Stalag Luft I), welches für alliierte Kriegsgefangene eingerichtet worden war. Hier waren ca. 9.000 Gefangene untergebracht. Im Jahre 1943 wurde auf dem Gelände des Barther Fliegerhorstes ein Außenlager des KZ Ravensbrück errichtet. Hier mussten etwa 6.000 Häftlinge aus 18 Nationen in den Flugzeugwerken des Heinkel-Konzerns unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Auf den Evakuierungstransporten bei Kriegsende kamen fast 200 Häftlinge zu Tode.

Zu Zeiten der DDR waren einige größere Industriebetriebe mit Tausenden von Arbeitsplätzen in Barth ansässig. So zum Beispiel der VEB Schiffsanlagenbau Barth, die VEG Saatzucht Barth, das Betonwerk, die Brauerei, die Zuckerrübenfabrik, die Bootswerft und die Fischfabrik.

Von 1970 bis 1985 entstand das große Wohngebiet Süd mit 696 Wohnungen in Plattenbauweise. Die Abwicklung der Großbetriebe nach 1990 führte zu hoher Arbeitslosigkeit und zur Abwanderung von Arbeitskräften. Neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet der Fremdenverkehr durch die Nähe Barths zur Ostsee und als östlichem Eingangstor zur Halbinsel Zingst.

Nach der politischen Wende wird ab 1991 der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert, was zur Steigerung der Attraktivität der Stadt beigetragen hat. Der Hafenbereich (Westhafen) hat durch den Neubau von Reihenhäusern und den Abriss der ehemaligen Fischfabrik mitsamt dem denkmalpflegerisch interessanten Verwaltungstrakt ein neues Gesicht erhalten.

Im Jahre 2005 feierte Barth den 750. Jahrestag der Verleihung des Stadtrechtes.